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Oberstedem und Niederstedem
Ein kurzer Blick auf beide Orte, ihre Lage und Geschichte
Schon von ihrer geologischen Lage her gleichen sich beide Dörfer. Das auf einer Keuperschicht liegende Niederstedem wird durch den Stedemer Bach zweigeteilt. Der westliche, sich die Anhöhe hinaufziehende Ortsteil wurde, wie die Bebauung zeigt, erst ab der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts bebaut. Der eigentliche, alte Ortskern befindet sich östlich des Baches. Bis heute hat er seine Haufendorfstruktur bewahrt und wird hauptsächlich durch bäuerliche Gehöfte geprägt. Auch Oberstedem liegt zum größten Teil auf einer Schicht des Unteren Keuper. Im westlichen Teil fällt die Ortschaft zu dem sie begrenzenden Bach leicht ab, hier findet sich eine feste Schicht Muschelkalk anstelle des Keupers.
Die erste urkundliche Erwähnung der beiden Orte als "Stedeheym" finden wir im Prümer Urbar des Jahres 893. Die Trennung in die Ortsteile Nieder-
Die spätere mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte des Dorfes gleicht der Oberstedems und Messerichs. Im Jahre 1233 verpfändete Agnes von Malberg ihr Gut in Stedem an den damaligen Trierer Erzbischof, Theoderich von Wied. Aus dem Jahre 1682 wird berichtet, daß Philipp Christoph Cob von Nüdingen in Niederstedem ein Gut, in Oberstedem ein Drittel der Grundherrschaft besaß.[101] Seit dem frühen 14. Jahrhundert bis zum Ende der Feudalzeit 1794 gehörten beide Ortsteile zur Propstei Bitburg.
Für beide Orte zusammen werden in den Feuerstellenverzeichnissen für 1473 elf Feuerstellen, 1624 nur noch drei gezählt. Und 1656 wird darin überliefert, daß von den insgesamt fünfzehn Häusern neun verfallen waren. Später aber stieg die Einwohnerzahl wieder an. Seit dem 19. Jahrhundert liegen für beide Orte getrennte Zahlen vor. So übertraf Niederstedem 1848 mit 218 Einwohnern und 22 Wohnhäusern sogar seinen Pfarrort Messerich (21 Wohnhäuser, 212 Einwohner) geringfügig. Zwischen 1871 (204 Ew.) und 1992 (194 Ew.) blieb die Einwohnerzahl relativ konstant. In den letzten Jahren dagegen stieg sie auf 242 Einwohner (Mai 2001) an. Dagegen besaß Oberstedem im Jahre 1848 nur 104 Einwohner, diese Zahl stieg bis 1895 auf 145 an. Es war dies die höchste Einwohnerzahl dieses Dorfes, die rund fünfzig Jahre gehalten werden konnte. Seit 1953 verlor es kontinuierlich an Bewohnern, 1962 zählte man noch 92, 1992 waren es nur noch 82, heute sind es wieder 86 (Mai 2001).
Beschreibung der Filialkirche St. Brictius und ihrer Ausstattung in
Oberstedem
Das Patrozinium der Kapelle weist auf ein hohes Alter des Ortes zurück, das weit über das Jahr der ersten Nennung Stedems im Prümer Urbar von 893 zurückreichen dürfte. Denn der heilige Brictius ist ein Heiliger, dessen Verehrung in enger Beziehung zu den Franken und Karolingern steht. Er war der Nachfolger des heiligen Martin auf dem Bischofsstuhl der Stadt Tours und hatte über dem Grab seines Vorgängers eine erste Kirche errichten lassen. Nicht selten finden wir deshalb dem Brictius geweihte Kirchen als Begleitpatrozinien zum heiligen Martin. Damit will zwar keine Unterordnung angezeigt werden, auch wenn dieser Eindruck de facto -
Bis nach dem 2. Weltkrieg stand auf dem Friedhof eine Kapelle des Jahres 1808, die wohl einen älteren Vorgängerbau ersetzt hat, da sich das besagte Patrozinium schon im 16. Jahrhundert nachweisen läßt.[120] Dieses Kirchlein war schon lange zu klein und zu feucht, deshalb 1927 wurde ein erster Anlauf genommen, es durch einen Neubau zu ersetzen, doch kam es dazu nicht. Erst nach dem Weltkrieg konnte der Neubau, nun an einer anderen Stelle, in Angriff genommen werden. 1951 wurde der entsprechende Plan eingereicht und genehmigt,[121] und im Folgejahr konnte die neue Kirche nach den Plänen von Johann Jegen, Speicher,[122] errichtet werden. Man war bemüht, einen Bau zu schaffen, der sich in seinen schlichten, barocken Vorbildern nachempfundenen Formen in das Dorfbild einpaßte. Auf den quadratischen Westturm, der das Satteldach des Schiffes kaum überragt, folgt ein schlichter Salbau mit drei Rundbogenfenstern auf jeder Seite. Ein eingezogener, dreiseitiger Chor, den zwei Okulifenster belichten, begrenzt die Kirche nach Osten, auf seiner Nordseite ist ein niedriger Sakristeibau angefügt. Ebenso schlicht ist das Innere des Kirchleins: den flachgedeckten Saal unterteilen leicht vortretende Wandstützen in seine drei Joche. Nach Osten öffnet ein hoher gerundeter Triumphbogen den Raum zum Chor, das westliche Joch wird von einer Holzempore unterteilt.
Auch die Ausstattung des Gotteshauses ist eher bescheiden, und doch bewahrt auch dieses Kirchlein ein paar Kostbarkeiten. Den signierten neogotische Hochaltar, der noch aus der Vorgängerkirche stammt, arbeitete um 1895 die Schreinerwerkstatt Lichter[123] in Gilzem als Baldachinaltar. Zwei zur gleichen Zeit entstandene Terrakottastatuen der Muttergottes und ihres Bräutigams, des heiligen Joseph, füllen seine Nischen aus. Das Mittelteil ist leicht erhöht, im unteren Teil hat der Tabernakel Platz gefunden, das Oberteil dient als Expositorium zur Aussetzung des Allerheiligsten.
Am vorderen rechten Wandpfeiler finden wir eine Steinstatue des Kirchenpatrons, des heiligen Brictius.[124] Dieser war Schüler und Nachfolger des heiligen Martin von Tours und hatte diesen Bischofssitz fast fünfzig Jahre inne (397-
Weitaus älter ist die kleine hölzerne Marienstatue links neben dem Chorbogen. Sie entstand in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. 1919 fand man sie auf dem Speicher der alten Kapelle; sie wurde nach den vorhandenen Farbresten neugefaßt sowie um Hände, Kind und Krone ergänzt. Nach einer Notiz des 19. Jahrhunderts im Pfarrarchiv hat diese Figur einst der Klosterkirche auf dem Helenenberg gehört und wurde dort bei Prozessionen umhergetragen.[125]
Die restliche Ausstattung -